Startseite | Sitemap | Impressum | Haftungsausschluss | Datenschutz | Zeit & Ort | Kontaktieren Sie uns!
Sie sind hier: Startseite » Nützliches » Geologie » Rohstoffe

Rohstoffe in Nordhessen - Golderze & Seifengold

Unter heutigen Gesichtspunkten ist das Lagerstätten-Potenzial im Raum Waldeck (Nordhessen) gering. In den vergangenen Jahrhunderten bzw. bis vor wenigen Jahrzehnten war dies nicht der Fall. In der Region ging ein reger Bergbau auf verschiedenste Minerale und Erze um. Im folgenden wird über verschiedene dieser Lagerstätten berichtet.

Eisenerze vom Lahn-Dill-Typ

Roteisenstein

Die auch als Roteisenstein bekannten eisenimprägnierten devonischen Karbonate, die sich submarin auf Schwellen in Verbindung mit Vulkanismus bilden, wurden vielerorts in Nordhessen abgebaut. Ein bekanntes Beispiel ist die Grube Christiane, in der bis 1964 am Martenberg bei Adorf diese Gesteine abgebaut wurden. Viele kleine Gruben wie in Ottlar oder an verschiedenen Stellen im Kellerwald waren bereits lange vorher erschöpft.

Lias-Eisenerze

Eisenstein

In der Nähe von Wethen finden sich liassische Sedimente. Dort wurde früher ein Schacht abgeteuft um die darin enthaltenen eisenreichen Geoden abzubauen. Geoden sind frühdiagenetische Verfestigungen im Sediment. Die chemischen Veränderungen, die z.B. bei Verwesungsprozessen einsetzen, können die Fällung von Karbonat und anderen Mineralen verursachen. So finden sich in vielen Geoden die fossilen meist vollkörperlich erhaltenen Überbleibsel von Ammoniten, Fischen und anderen Tieren.

Gips

Gips

Lamerden

Gipsvorkommen finden sich bei Adorf, Waldeck, Sachsenhausen und Buhlen, sowie in verschiedenen Tiefbohrungen (Twiste, Korbach). Es handelt sich um die Ablagerungen des Staßfurt-Anhydrits (A2). Im Waldecker-Land spielen die Gips-Reserven keine so große Rolle wie im Harzrand (Osterode).

Sandsteinerze

uranhaltige Kupferminerale

Wrexen

Die Sandsteinerze sind Kupfer- oder Kupfer-Uran-Minerale in Gesteinen der Unter-Trias. Neben Kupfer enthalten die Gesteine auch einen bedeutenden Anteil an Silber. Die Reicherz-Zonen sind lokal eng auf Sandsteinschichten oder graue Tonletten begrenzt.

WALDSCHMIDT (1750) spricht von verführerischen Nestern. Der Beginn dieses Bergbaus liegt in der Mitte des 16 Jahrhunderts. Der Bergbau ging jedoch nie über Schürfversuche heraus. Einige wenige Bergwerke wurden einige Jahre betrieben. Fundorte sind die Twister Feldmark, Sachsenhausen, Rhoden, Wrexen.

Kupfererze

Malachit

Die reinen Kupfer-Lagerstätten sind auf Schichten des Zechsteins begrenzt. Neben dem Kupferschiefer ist auch ein Bereich des braunroten Salztons der Staßfurt-Serie reich an Kupfer. Die Lagerstätte selbst besteht aus wenigen Zentimeter mächtigen Bändchen mit Kupfer-Gehalten von 1-5%. Die Minerale sind Kupferkies, Kupferglanz, Buntkupferkies, Malachit und Azurit.

Der Bergbau auf diese Kupfer-Lagerstätten beginnt um 1500 in Nordenbeck. In Ober- und Nieder-Ense und in Goddelsheim wurde der Bergbau gegen Ende des 16 Jahrhunderts aufgenommen. Nach intensiven Bergbau im 17. Jahrhundert wurden die Bergwerke 1812 stillgelegt. Im Itterschen-Raum ging der Bergbau noch bis 1868 um.

Coelestin

Coelestin

Ende des 19 Jahrhunderts wurde an wenigen Lokalitäten im Waldecker Land Coelestin (Strontiumsulfat) gefunden (Giershagen, Helmscheid). An der Grenze Zechstein-Kulm finden sich Unregelmäßige Lager von 0,3 bis 2,5m mächtigen Coelestinablagerungen (SrSO4). Der Abbau erfolgte bis 1904. Das Giershagener Vorkommen wurde auf 5500m3 geschätzt.

Manganerze

Manganerz

Durch Verwitterung und Auslaugung treten in Kieselschiefern und Kieselkalken auf den Klüften Beläge auf, die z.T. reich an Mangan sind (Pyrolusit). Einzelne Gänge erreichen Mächtigkeiten von 1m bei Gehalten von 30-60% Mangan. Diese Erze wurden im Bereich von Schweinsbühl während verschiedener Perioden im 19. und 20. Jahrhundert bergmännisch abgebaut. Neben Grube Gisela gab es auch Grube Ottlar IV bei Ottlar, Grube Salz und Schmalz bei Bohnighausen und Grube Sander bei Grebinghausen.

Zinkerze

erdiges Galmeierz

In den Jahren 1898 bis 1907 wurde durch eine Bergwerksfirma aus Stollberg ein Bergbau auf Galmei betrieben. Die Galmei-Bleierze treten vor allem im Zechsteinkalk und Dolomit (besonders in Klüften oder in metasomatischen Lagen) auf. Die Erzgehalte betrugen bis zu 40%. Der Abbau erfolgte auf den Distriktfeldern: Gute Hoffnung bei Heddighausen, Zinkerzfeld Erich bei Zollhaus, Matthiasgrube bei Vasbeck und auf dem Bleizinkerzfeld Louise bei Gembeck.

Cu, Pb, Zn-Erze

silberhaltiger Bleiglanz

Hundsdorf im Kellerwald

Im Kellerwald:
Die Quellen zum Bergbau sind vielgestaltig und schwer zusammenzufassen. Seit Beginn des 16 Jahrhundert geht Bergbau auf die genannten Erze im Kellerwald um. So finden sich Bergwerke, Hütten, Hämmer und andere verarbeitende Betriebe in der gesamten Region: Frebershausen, Armsfeld, Kleinern, Wildungen, Hasselbach, Bergfreiheit,...
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sogar wieder Gutachten zur Ausbeutung einer Lagerstätte in der Banfe durchgeführt.

Im Waldecker-Upland:
Diese Lagerstätten sind im Vergleich zu ihren verwandten Lagerstätten im Kellerwald unbedeutend. vermutlich wurden nur Prospektionsstollen in den Berg getrieben. Erwähnt werden Bergwerke bei Willingen, Adorf, Hemminghausen.

Golderze

Freigold

Eisenberg bei Korbach

Die Gold-Lagerstätte des Eisenbergs ist die wertvollste Quelle von Rohstoffen in Nordhessen. Bereits im Jahr 1250 in der Meißnerischen Bergchronik von Bishof Albinus von Regensburg erwähnt, ist sie die älteste bekannte bergbauliche genutzte Lagerstätte im Waldecker-Raum. 1308 wurde eine Verordnung für die Goldwäschereien am Eisenberg erlassen und 1480 eine umfassende Bergordnung von Graf Phillip II von Waldeck. Bis 1585 konnte die Lagerstätte wirtschaftlich erfolgreich ausgebeutet werden. Alle späteren Versuche den Bergbau wieder zu beleben schlugen fehl.

Anfang des letzten Jahrhunderts wurden im Zusammenhang mit Prospektionsarbeiten eine Reihe von Gutachten zu den Golderzen im Eisenberg veröffentlich.

Mit dem Versuch des Erwerb der Rechte des Distriktfeldes durch eine ausländische Firma fanden Ende der neunziger Jahre neue umfassende Untersuchungen am Eisenberg durch das geologische Landesamt statt.

Seifengold

Edergold-Dukate

Viele Bäche im Einzugsgebiet der Eder und die Eder selbst besitzen goldführende Sedimente. Neben dem Eisenberg muss es aufgrund des Umfangs des goldhaltigen Gebiets (Korbach bis Frankenberg) mehrere primäre Quellen geben. Seifenwäschereien gab es in der Vergangenheit nicht nur an der Eder sondern auch auf den Halden um den Eisenberg. Die Goldgehalte betragen 0,159 bis 0,954 g/m3.


Mehr Informationen zum Seifengold der Eder finden Sie in unserer Monographie zu diesem Thema

Hoffmann, V.-E.: Das Edergold – historische, geologische, geochemische und morphologische Aspekte des Seifengoldes aus dem Raum Waldeck-Frankenberg (Hessen).-

Möchten Sie mehr über die Rohstoffe in Nordhessen wissen?

Fragen sie uns.

Rohstoffe in Nordhessen - Golderze & Seifengold

Geologie, Sediment, Rohstoffe, Informationen, Regionale Geologie, Vorkommen, Edergold, Gesteine, Waldeck-Frankenberg, Rheinisches Schiefergebirge, Paläozoikum, Mesozoikum, Bergbau, Bergwerke, Eder, Edersee, Edertal, Entstehung, Exploration, Frankenberg, Rohstoffgeologie, Gestein, Gewinnung, Gold, Goldbergbau, Goldgewinnung, Kellerwald, Korbach, Kupfer, Mineralien, Prospektion, Sauerland, Seifengold, Silber, Goldhausen, Goldbergwerk, Bergfreiheit, Golderz, Erze, Eisenberg, Rohstoff-Vorkommen, Nordhessen, Lagerstätte, Potenzial, Eisenerz, Roteisenstein, Karbonate, Vulkanismus, Grube Christiane, Martenberg, Adorf, Schacht, Geoden, Ammoniten, Lamerden, Gips, Tiefbohrungen, Twiste, Sandsteinerze, Kupfermineralien, Wrexen, Reicherz, Tonletten, Rhoden, Malachit, Schichten, Zechstein, Kupferschiefer